Die größten Hygiene Mythen - Teil 3

Im dritten Teil der Hygiene Mythen Serie beleuchten wir wieder einige Irrtümer zum Thema Hygiene. Oft ist nämlich zu viel Reinlichkeit sogar kontraproduktiv.

7. Alle Bakterien machen krank.

So einfach ist das natürlich nicht, denn Bakterien gehören ganz selbstverständlich zum menschlichen Organismus. Jeder trägt auf der Haut und im Darm viele Milliarden der verschiedensten Bakterien. Nur ein kleiner Teil davon macht wirklich krank. Infektionen werden häufig nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgelöst, etwa wenn eine Immunschwäche vorliegt, wie es oft nach Operationen der Fall ist, die natürliche Schutzmechanismen des Körpers schwächen. Deswegen gibt es also gute Bakterien und schlechte und es kommt immer auf die Umstände und den Ort an.

8. Lebensmittelinfektionen können nur durch Fisch, Fleisch oder Milch ausgelöst werden

Fisch und Fleisch sind wirklich die wahrscheinlichsten Quellen einer Lebensmittelinfektion, aber nicht die Einzigen. Um alle Erreger sicher abzutöten, sollte Fleisch und Fisch auf jeden Fall auf mindestens 65 Grad Celsius erhitzt werden. Bei Milch ist es ratsam, nur pasteurisierte Milch zu trinken und diese generell im Kühlschrank aufzubewahren. Dennoch können auch Salat, Obst oder andere Lebensmittel Keime enthalten, diese übertragen und so für Infektionen sorgen. Schließlich kann man diese nicht erhitzen, sondern nur waschen. Ein Beispiel dafür war der EHEC Ausbruch 2011, welcher durch Sprossen ausgelöst wurde. Achten Sie daher im Urlaub darauf, keinen frischen Salat zu essen und nur Obst, das geschält werden kann zu kaufen. Besonders in hygienisch problematischen Ländern ist dies zu empfehlen.

9. Sicher ist sicher: Am besten nutzt man aseptische Seife

Aseptische Seife tötet 99 Prozent aller Bakterien und kann daher auch privat genutzt werden. Dies ist im normalen Alltag aber gar nicht notwendig, eine handelsübliche Seife reicht hier völlig und schont zudem die Haut. Besonders wenn es sich um ph-neutrale Flüssigseife handelt. Diese hat den Vorteil, dass es keinen Hautkontakt wie beim Seifenstück gibt. In einem privaten Haushalt ist es fast unmöglich Keimfreiheit zu gewährleisten und auch gar nicht notwendig.